Weil bio nicht gleich bio ist

Öko-Landwirtschaft Thema bei Steiner-Gesellschaft

Warb für eine bewusste Lebensweise: Axel Burkart. −Foto:
Brigitte

Janoschka

Freilassing. Eigentlich ist es eine erfreuliche Entwicklung: Das Angebot an Biolebensmitteln in den Supermärkten nimmt stetig zu, auch in Discountern gibt es Biolebensmittel inzwischen. Viele Verbraucher sind angesichts dessen aber auch überfordert. Grund genug für die Rudolf-Steiner-Gesellschaft sich mit den Richtlinien und Vorgaben auseinandersetzten. Deren Vorsitzender Axel Burkart lud deshalb zu einem Gedankenaustausch mit Bäuerin Bettina Schiebel, die zusammen mit ihrem Mann Norbert das Loithramgut auf dem Gaisberg nach“Demter“-Richtlinien bewirtschaftet. Weil das Seminar in einem Freilassinger Einkaufsmarkt stattfand, konnten kurzerhand auch gleich herkömmliche und biologische Lebensmittel verkostet werden.

Vortrag im Globus Freilassing

Bettina Schiebel zeigte sich überzeugt: Es gehe nicht nur vordergründig
um den guten Geschmack der Lebensmittel, sondern um die Empfindung, die
dahinter stehe. Ähnlich wie im Feldenkrais oder im Yoga gehe es darum, sich auf sich selbst zu
konzentrieren und in sich hineinzuspüren, so die Biobäuerin. Die Besucher konnten
anschließend Zwiebacksorten, Karotten , sowie Natur- und

Frucht-Joghurt dieser Marke mit herkömmlichen Produkten vergleichen.


Doch was hat all das mit Rudolf Steiner zu tun, der ja vor
allem für seine Waldorfschulen bekannt ist? Axel Burkart erklärte, dass es in der
Anthroposophie um die Wissenschaft des Menschen geht und  darum, sich durch
einen Erkenntnisweg „selbst zu erkennen“. Auf die Arbeit Steiners
gehe neben einer wissenschaftlichen Pädagogik zu den Seelenrhythmen des Kindes
auch die anthroposophische Medizin und der Demeter-Landbau zurück. Letzterer beziehe in
der Landwirtschaft die kosmischen Kräfte der Planeten und Sterne mit ein.

Dass diese eine Wirkung haben, würden bildgebende Verfahren beweisen, die die innere Mikrostruktur der verschiedenen Lebensmittel sichtbar machen. Im Vergleich zeigt sich ein großer Unterschied zwischen herkömmlichen und Demeter-Produkten, deren Strukturen eine höchste Ordnung und Harmonie aufweisen, was Burkart mit Fotos belegte.

Dies liege an der Wirkung des Energie- oderLebenskraftkörpers der Pflanze. In anderen Kulturen spreche man hier von „Prana“ oder „Chi“.Wissenschaftliche Ergebnisse würden außerdem zeigen, dass beim Demeter-Landbau auch die Lebendigkeit der Böden zunimmt. Der gesamte Boden werde lebendiger, was sich zum Beispiel an der erhöhten Anzahl von Regenwürmern und Laufkäferarten, an der Artenvielfalt und der Menge an Mikroorganismen nachweisen lässt.

In Australien wurden damit Böden auf natürliche Weise wieder
mit Humus aufgefüllt, in abgerodeten, versteppten Urwäldern Humus aufgebaut
(wie etwa auf der Farm „Estancia Demetria“ in Brasilien). Wüstenland
in Ägypten wurde so wieder mit Humus fruchtbar gemacht.

 Doch nicht nur der Natur,
sondern auch dem einzelnen Menschen käme dies zugute: Schiebel erklärte, dass
Körper, Seele und Geist zusammenhängen. Im Zusammenleben von Mensch, Tier und

Pflanze auf der Erde sei der Mensch mit dem Tier durch das Seelische, mit der Pflanze durch die Lebenskräfte und mit der Erde durch das Mineralische verbunden. Daher gehören zu einem Demeterhof Tiere, und daher habe die Ernährung eine Auswirkung auf den Menschen in seiner Ganzheit mit Körper, Seele und Geist. Brigitte Janoschka

Erschienen in Neues allgemein.

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